Sie war groß und schlank, hatte die dunklen Haare etwas ungeordnet hochgesteckt und an ihren Ohren funkelten zwei dunkle Ohrringe.
Unter ihrem eng geschnittenen Mantel kam an der einen Seite ein etwas längerer bunter Stoffzipfel zum Vorschein.
Sie hatte dieses gewisse Etwas, das einen zwingt hin zu schauen, wenn sie den Raum betritt.
Ihr leicht abwesender Blick drehte eine Runde durch das kleine Café als sie beim Tresen stehend einen Kaffee bestellte. Sie sah zwar in seine Richtung, er hatte aber nicht das Gefühl, dass sie ihn wahrgenommen hatte. Nun saß er schon seit gut zwei Stunden hier in der Ecke, am anderen Ende des Tresens, wie jeden Abend um diese Zeit. Bis jetzt hatte er Sie noch nicht hier gesehen und sie schien es auch eilig zu haben, denn sie trank ihren Kaffee im Stehen und hatte schon ein paar Mal auf die alte Uhr an der Wand geschaut. Da er sie unaufhörlich anschaute, war es unvermeidbar, dass sich ihre Blicke für einen kurzen Augenblick trafen, wobei der ihre ein eher flüchtiger war. Sie hatte den Kopf schon weg gedreht, als sie plötzlich fast ruckartig wieder in seine Augen schaute. Ihr Blick traf ihn wie ein wohl gezielter Pfeil. Er fühlte sich vollkommen entblößt, so als würde sie seine ganze Einsamkeit erkennen und verstehen. Mit der gleichen Wucht, mit der die Brandung an die Klippen schlägt, trafen ihre beiden Blicke sich nun.
Sie riss sich unvermittelt davon los, zahlte und verließ fluchtartig das Café. Für den Bruchteil einer Sekunde saß er wie gelähmt da, dann sprang er jäh auf, knallte einen 20 Euro Schein hin und rannte zur Tür.
Draußen angekommen konnte er gerade noch sehen, wie sie um die nächste Ecke verschwand. Es war recht dunkel und die schwache Straßenbeleuchtung änderte auch nicht viel daran. Er folgte ihr ohne darüber nachzudenken, was er tat. Er musste es tun, er hatte keine Wahl. Sie bog in die nächste Straße nach links, und als er an der Ecke ankam, sah er, wie ihr Rockzipfel in einem Torbogen verschwand. Dann stand er selber davor, etwas ratlos, denn er wusste nicht so recht was er nun machen sollte. Man konnte durch die Häuser hindurch in einen dunklen Hinterhof gelangen. Er lauschte in die Dunkelheit, fast schon verzweifelt darüber, sie verloren zu haben. Als plötzlich ein unbekannter, merkwürdiger Klang ganz leise zu ihm durch drang, hielt er den Atem an. Er konnte nicht genau unterscheiden, ob da jemand sang, oder ob diese klagende Melodie von einem Instrument erzeugt wurde. Er fühlte sich in seinem Innersten berührt. Sein ganzer Schmerz, den er so gut hatte wegschließen können, brach hervor und verknotete sich mit der Musik. Sie wickelte sich um sein Herz wie ein Band, das nun anfing an ihm zu ziehen. Er folgte ihr langsam, verschwand auch in die Dunkelheit hinein, bis er vor einer halb offenen Türe stand, durch die ein blasser Lichtstrahl hinaus fiel. Die Musik war jetzt deutlich lauter zu hören, eben so auch ein paar Stimmen und Gelächter. Etwas unschlüssig stand er nun da, eingespannt von der Musik. "Ist schon richtig, das ist der Eingang, einfach durchgehen und dann rechts." hörte er plötzlich eine männliche Stimme hinter sich sagen. Der Mann lächelte ihn freundlich an und ging an ihm vorbei. Er folgte ihm dankbar darüber, keine Fragen beantworten zu müssen. Sie betraten eine Art Vorraum. Jetzt war die Musik laut zu hören. Am Ende dieses Vorraumes konnte man durch einen großen Durchgang in einen eher schwach beleuchteten Raum schauen, in dem sich eng umschlungene Paare zu der Musik bewegten. Rechts vor diesem Durchgang saß eine junge Frau an einem kleinen Tisch und lächelte ihn an. Auf dem Tisch stand ein Schild mit der Aufschrift: "Tango Argentino " Eintritt 5 Euro.
Auf der anderen Seite stand ein altes Sofa, neben dem sich eine Art Regal befand, das voll mit einer Unmenge von Taschen, Schuhen und sonstigen Kleidungsstücken gestopft war. Auf der anderen Seite des Sofas hingen an einer Stange eben so viele Kleiderbügel, an denen verschiedene Jacken und Mäntel aufgehängt waren. Der Mann, der vorhin an ihm vorbei gegangen war, saß jetzt auf dem Sofa, schnürte gerade seine Schuhe zu, ging dann zu der Frau, die hinter dem Tisch saß, wechselte noch ein paar Worte mit ihr und verschwand hinüber.
Und er? er stand immer noch da, zog dann aber doch entschlossen seinen Mantel aus, hängte ihn auf einen der Bügel und zahlte bei der jungen Frau den Eintritt, voller Neugierde darauf, in diese neue, ihm völlig unbekannte Welt einzutauchen. Der eigentliche Raum war viel größer als man von außen vermuten würde und war fast ganz ausgefüllt mit tanzenden Paaren. Wieder andere saßen an den Tischen oder in den paar alten Sesseln, die an den Seiten standen und unterhielten sich oder betrachteten das Geschehen.
Gleich rechts war so eine Art Tresen, hinter dem ein etwas älterer Mann gerade ein Glas Rotwein eingoss. Ein vertrauter Anblick, an den er sich in dieser so fremdartigen Umgebung klammern konnte. Er entschloss sich aber lieber einen Kaffee zu trinken.
Nun stand Er an die Wand gelehnt, die heiße Tasse in der Hand und konnte seinen Blick nicht mehr von diesem Sinne betörenden Anblick wenden. Die Frauen waren alle irgendwie schön anzusehen, zurecht gemacht, als wären sie jederzeit bereit, jemanden zu verführen. Fasziniert sah er diese zum Teil verzückten, zum Teil sehr ernsthaften Gesichter, sah diese anmutigen, geschmeidigen Bewegungen, diese Hingabe mit der die verschiedenen Tänzer scheinbar unterschiedlichste Geschichten zu erzählen schienen, die Innigkeit, die manche Umarmung ausstrahlte. Und die Musik! Welche geheimnisvollen Höhen und Tiefen war sie in der Lage zu vereinen!
"wolle si auch tango lerne?" fragte der ältere Herr hinter dem Tresen.
Tango, das klang wie eine Verheißung.
Und ihr Lächeln, das ihm gerade entgegen flatterte eben so.…
Sonntag, 16. Dezember 2007
Sonntag, 9. Dezember 2007
Bevor ich nun für einige Zeit in der Musik-Welt versinke, habe ich mich erst mal noch in der Tango-Welt ausgetobt...Die letzten drei Abende habe ich die Müdigkeit ignoriert und bis an die Grenze des Schmerzes (Fußschmerz!) getanzt.
Bei unserem Late Night-Tango am Freitag waren wieder nicht so viele da, wie man sich das so erhofft, aber das Tolle war, dass es ausschließlich gute Tänzer und Tänzerinnen waren. So hatten wir doch unseren Spaß. Wir hatten einen Gast aus Paris, einen aus Spanien und einen aus dem Ruhrgebiet. Alle drei sehr gute Tänzer!
Und am Samstag war dann wieder "Welpenspielstunde" - denn Andreas wollte gar nicht mehr weg, weil er so müde war und ist dann nur mir zu Liebe mit mir hin gefahren, weil ich jetzt doch fast zwei Wochen nicht tanzen kann! :o(
Bei unserem Late Night-Tango am Freitag waren wieder nicht so viele da, wie man sich das so erhofft, aber das Tolle war, dass es ausschließlich gute Tänzer und Tänzerinnen waren. So hatten wir doch unseren Spaß. Wir hatten einen Gast aus Paris, einen aus Spanien und einen aus dem Ruhrgebiet. Alle drei sehr gute Tänzer!
Und am Samstag war dann wieder "Welpenspielstunde" - denn Andreas wollte gar nicht mehr weg, weil er so müde war und ist dann nur mir zu Liebe mit mir hin gefahren, weil ich jetzt doch fast zwei Wochen nicht tanzen kann! :o(
Freitag, 7. Dezember 2007
Dunkel und still ist die Nacht.
Ich war Tango tanzen und jetzt möchte ich, dass es in mir auch dunkel und still wird, vor allem still...wo ist der Schalter zum ausknipsen?
Heiße Winde wehn’ durch meine Brust.
Wehen auf und nieder.
In Gedanken tanz ich voller Lust,
Immer, immer wieder...
Es fällt mir so schwer ein Ende zu finden, bin aufgewühlt und aufgedreht.
Dunkel und still ist die Nacht.
Es hilft nichts, nur die Müdigkeit kann mich jetzt noch besiegen...
Ich war Tango tanzen und jetzt möchte ich, dass es in mir auch dunkel und still wird, vor allem still...wo ist der Schalter zum ausknipsen?
Heiße Winde wehn’ durch meine Brust.
Wehen auf und nieder.
In Gedanken tanz ich voller Lust,
Immer, immer wieder...
Es fällt mir so schwer ein Ende zu finden, bin aufgewühlt und aufgedreht.
Dunkel und still ist die Nacht.
Es hilft nichts, nur die Müdigkeit kann mich jetzt noch besiegen...
Dienstag, 4. Dezember 2007
Montag ist immer das absolute Tango-Loch. Dienstag gehen wir auch nie zum Tango, es ist schon sehr lange her, dass wir Dienstag tanzen waren. Und sonst haben wir ja dann immer unseren Mittwoch im Cafe Keese, dann hat man schon was zum Freuen. Aber jetzt, da den ganzen Dezember über der Mittwoch ausfällt ist das Loch noch größer. Zum Glück kann ich morgen bei Karin eine Stunde Unterricht bekommen und ich hoffe dass es auch statt findet, denn seit ein paar Wochen (ja, ich übertreibe nicht!) versuche ich vergeblich einen Termin zu bekommen. . . Da gehe ich dann noch vor der Probe hin.
Beim Tanzen spielt es ja eine große Rolle mit wem man tanzt, und es kann gut zusammen passen, oder aber auch gar nicht.
Beim Musizieren ist es ähnlich, vor allem wenn man Kammermusik macht, aber auch in einem größeren Ensemble spielt es eine Rolle, neben wem man am Pult sitzt. Man spielt ja miteinander und man hört, was der Pultnachbar spielt. Es ist auch eine Art von Zwiesprache die man da führt und man ist auch mit viel Gefühl dabei. Nur kann man sich den Pultnachbar meistens nicht aussuchen so wie beim Tanzen den Tanzpartner. Es kann also eine schöne Sache werden, man wirft sich quasi musikalische Bälle zu. Man schwingt mit den Wogen der Musik, man hat gemeinsamen Spaß, kann über sich hinaus wachsen. Es kann durchaus sehr schön sein, aber leider auch nicht. Dann muss man es ertragen, dass der (oder die) Pultnachbar(in) die Musik anders interpretiert als man es selber tut und empfindet. Muss man in Kauf nehmen, dass er oder sie Sachen nicht tut, die besprochen wurden, dass ihm oder ihr vielleicht das Feingefühl dafür fehlt und dann alles mechanisch spielt und, und, und, da gibt es einiges worüber man sich ärgern kann, aber es ist eben: Job und man kann nicht viel an der Situation ändern...
Ich könnte nicht mit einem mir unsympathischen Menschen tanzen, aber ich muss es schaffen mit einem mir unsympathischen Menschen zusammen zu musizieren. Wenn ich mit einem schlechten Tänzer tanze, dann habe ich Mühe schön zu tanzen, dann gelingt mir immer wieder was nicht und es ist einfach anstrengend. Wenn ich neben jemandem spiele, der mich runter zieht, spiele ich auch schlechter, habe manchmal das Gefühl ich kann gar nichts mehr spielen.
Ich denke die meisten Menschen haben den einen oder anderen Ärger bei der Arbeit...aber ich bin sehr froh, dass ich den Tango habe um davon weg zu tauchen. Und der Gedanke, dass ich bald wieder tanzen werde gibt mir Kraft und ich kann es eigentlich kaum erwartend und denke immer wieder daran. Also aufgepasst da draußen, wenn ich erscheine, ich habe großen Hunger!
Beim Tanzen spielt es ja eine große Rolle mit wem man tanzt, und es kann gut zusammen passen, oder aber auch gar nicht.
Beim Musizieren ist es ähnlich, vor allem wenn man Kammermusik macht, aber auch in einem größeren Ensemble spielt es eine Rolle, neben wem man am Pult sitzt. Man spielt ja miteinander und man hört, was der Pultnachbar spielt. Es ist auch eine Art von Zwiesprache die man da führt und man ist auch mit viel Gefühl dabei. Nur kann man sich den Pultnachbar meistens nicht aussuchen so wie beim Tanzen den Tanzpartner. Es kann also eine schöne Sache werden, man wirft sich quasi musikalische Bälle zu. Man schwingt mit den Wogen der Musik, man hat gemeinsamen Spaß, kann über sich hinaus wachsen. Es kann durchaus sehr schön sein, aber leider auch nicht. Dann muss man es ertragen, dass der (oder die) Pultnachbar(in) die Musik anders interpretiert als man es selber tut und empfindet. Muss man in Kauf nehmen, dass er oder sie Sachen nicht tut, die besprochen wurden, dass ihm oder ihr vielleicht das Feingefühl dafür fehlt und dann alles mechanisch spielt und, und, und, da gibt es einiges worüber man sich ärgern kann, aber es ist eben: Job und man kann nicht viel an der Situation ändern...
Ich könnte nicht mit einem mir unsympathischen Menschen tanzen, aber ich muss es schaffen mit einem mir unsympathischen Menschen zusammen zu musizieren. Wenn ich mit einem schlechten Tänzer tanze, dann habe ich Mühe schön zu tanzen, dann gelingt mir immer wieder was nicht und es ist einfach anstrengend. Wenn ich neben jemandem spiele, der mich runter zieht, spiele ich auch schlechter, habe manchmal das Gefühl ich kann gar nichts mehr spielen.
Ich denke die meisten Menschen haben den einen oder anderen Ärger bei der Arbeit...aber ich bin sehr froh, dass ich den Tango habe um davon weg zu tauchen. Und der Gedanke, dass ich bald wieder tanzen werde gibt mir Kraft und ich kann es eigentlich kaum erwartend und denke immer wieder daran. Also aufgepasst da draußen, wenn ich erscheine, ich habe großen Hunger!
Sonntag, 2. Dezember 2007
Wieder mal schön getanzt gestern Abend...
Zuerst sind wir ja nach langer Zeit mal wieder ins "Chocolate" gefahren, da war es aber so öde und leer und vor allem klang die Musik wie aus der Konserven Boxe, dass uns jede Motivation und Lust zum Tanzen vergangen war.
Dann sind wir ins "Universo" gefahren, wo wir auch schon seit etwa 2 Jahren nicht mehr waren... da waren schon mal mehr Leute da und die Aussicht, dass der Abend sich doch noch nett entwickelt war etwas größer, vor allem als Andreas nach einer halben Stunde Suchen doch noch einen Parkplatz gefunden hat :)
Nun ruft die Pflicht und ich muss nach Zeven, wo wir Weihnachtsoratorium spielen.
Aber in Gedanken tanze ich natürlich Tango...
Zuerst sind wir ja nach langer Zeit mal wieder ins "Chocolate" gefahren, da war es aber so öde und leer und vor allem klang die Musik wie aus der Konserven Boxe, dass uns jede Motivation und Lust zum Tanzen vergangen war.
Dann sind wir ins "Universo" gefahren, wo wir auch schon seit etwa 2 Jahren nicht mehr waren... da waren schon mal mehr Leute da und die Aussicht, dass der Abend sich doch noch nett entwickelt war etwas größer, vor allem als Andreas nach einer halben Stunde Suchen doch noch einen Parkplatz gefunden hat :)
Nun ruft die Pflicht und ich muss nach Zeven, wo wir Weihnachtsoratorium spielen.
Aber in Gedanken tanze ich natürlich Tango...
Freitag, 30. November 2007
Glücklich
Wie heißt das so schön: man soll gehen, wenn es am Schönsten ist!
aber was, wenn es drei Stunden lang am Schönsten ist? von der ersten Minute an, wenn man den Fuß, der im Tanzschuh steckt auf die Tanzfläche stellt?
Wenn man danach zu Hause ankommt und immer noch das Lächeln im Gesicht hat... merkt man, dass es einen die ganze Zeit nicht verlassen hat, die ganzen 3 Stunden nicht.
Und jetzt? - heute keine Traurigkeit, einfach nur glücklich!
Wenn ich wüsste, wie sie schmecken, würde ich vielleicht sagen, das hat wie Trüffeln geschmeckt ;)
hmm! ein Genuss!
aber was, wenn es drei Stunden lang am Schönsten ist? von der ersten Minute an, wenn man den Fuß, der im Tanzschuh steckt auf die Tanzfläche stellt?
Wenn man danach zu Hause ankommt und immer noch das Lächeln im Gesicht hat... merkt man, dass es einen die ganze Zeit nicht verlassen hat, die ganzen 3 Stunden nicht.
Und jetzt? - heute keine Traurigkeit, einfach nur glücklich!
Wenn ich wüsste, wie sie schmecken, würde ich vielleicht sagen, das hat wie Trüffeln geschmeckt ;)
hmm! ein Genuss!
Donnerstag, 29. November 2007
Danach
Es ist sehr spät geworden. Sie steht an ihrem Fenster und schaut in die Dunkelheit hinaus.
In der Ferne zwischen den Dächern sieht man einen ganz schmalen Streifen, der die Finsternis von der Mitte aus zu teilen anfängt.
Sie sollte sich hin legen und wenigstens die paar Stunden bis zum Morgen versuchen zu schlafen, aber dieses Sausen in ihrem Kopf hält sie wach.
Immer noch ist sie umhüllt von dem Gefühl des Tanzes. Es streift ihre Sinne wie der Wind die Blätter eines Baumes streift und sie dadurch zum Rascheln bringt. Sie möchte es so gerne ausschalten und zur Ruhe kommen.
Ihre Gedanken kreisen unaufhörlich und lassen immer wieder die Blicke, die Bewegung, die Berührungen wach werden. Es ist wie bei einer dieser alten Langspielplatten, die einen Kratzer haben: die Nadel springt immer wieder an die gleiche Stelle zurück und spielt das gleiche Fragment noch ein Mal und noch ein Mal...
Ihre Augen brennen vor Müdigkeit, sie reibt sie, als wenn sie hoffte, damit diese Bilder weg wischen zu können. Sie fühlt sich wie ein zu voll gelaufenes Becken...
Eigentlich wollte sie unaufhörlich weiter tanzen, aber der Tango ist zu Ende und mit jedem Atemzug verlässt er sie ein wenig mehr. Er hinterlässt nur dieses trügerische Gefühl, von dem sie so ausgefüllt und aufgewühlt ist.
Noch ist sie in diesem Moment gar nicht in der Lage zu spüren, dass er, der Tango auch wieder kommen wird, wenn seine Zeit wieder da ist.
Sie lehnt die Stirn an die Scheibe, ihre harte Kühle tut gut. Der Streifen hinter den Dächern wird langsam breiter.
Die gleiche Melodie erklingt immer noch in ihrem Kopf, sie summt sie mit geschlossenen Augen leise vor sich hin. Und da ist sie wieder diese Sehnsucht...
Die Augen füllen sich mit Tränen und überschwemmen sie.
Erschöpft lässt sie sich auf das Bett fallen, die Müdigkeit verlangt ihren Tribut.
Es ist der gleiche Ablauf jedes Mal. Erst ist da ein ganzes Meer von Empfindungen, die in ihr wachgerufen sind. Sie weiß, sie sollte sie nicht mit nach Hause nehmen, denn sie gehören dem Tango. Aber es gelingt ihr noch nicht. Sie drängen sich noch zwischen ihre Kissen und Decken, machen sich breit auf ihrem Teppich in ihrer Küche, in ihrer Mitte. Der Tango ist mitgekommen, hat sich an ihr festgeklemmt, hält sie eng umschlungen, wie die Arme, die sie durch die Nacht geführt haben. Sie spürt sie immer noch...
Selbst nach ein paar Stunden gequälten Schlaf sind sie noch da. All die Gedanken, die für kurze Zeit stumm waren, springen unter dem Kissen und dem Laken hervor und umkreisen sie erneut, als hätten sie nur darauf gelauert, dass sie die Augen endlich wieder öffnet.
Sie hatte gehofft, dass das Tageslicht die verklärten Gedanken vertreiben wird und diese Fülle von Gefühlen zum Schweigen bringen wird.
Es wird ein paar Stunden, vielleicht auch Tage dauern bis sie wieder ankommt im Leben außerhalb des Tangos. Dann kommt die Leere und Stille, wie an einem von der Flut verlassenen Strand.
Aber er wird sie wieder einfangen, sobald sie ihm die Türe öffnet, denn sie wird ihn wieder suchen um ihn erneut einzuatmen.
Die Sonne steht inzwischen schon über den Dächern und verbreitet eine angenehme Wärme. Es ist ein schöner Sommertag.
In der Ferne zwischen den Dächern sieht man einen ganz schmalen Streifen, der die Finsternis von der Mitte aus zu teilen anfängt.
Sie sollte sich hin legen und wenigstens die paar Stunden bis zum Morgen versuchen zu schlafen, aber dieses Sausen in ihrem Kopf hält sie wach.
Immer noch ist sie umhüllt von dem Gefühl des Tanzes. Es streift ihre Sinne wie der Wind die Blätter eines Baumes streift und sie dadurch zum Rascheln bringt. Sie möchte es so gerne ausschalten und zur Ruhe kommen.
Ihre Gedanken kreisen unaufhörlich und lassen immer wieder die Blicke, die Bewegung, die Berührungen wach werden. Es ist wie bei einer dieser alten Langspielplatten, die einen Kratzer haben: die Nadel springt immer wieder an die gleiche Stelle zurück und spielt das gleiche Fragment noch ein Mal und noch ein Mal...
Ihre Augen brennen vor Müdigkeit, sie reibt sie, als wenn sie hoffte, damit diese Bilder weg wischen zu können. Sie fühlt sich wie ein zu voll gelaufenes Becken...
Eigentlich wollte sie unaufhörlich weiter tanzen, aber der Tango ist zu Ende und mit jedem Atemzug verlässt er sie ein wenig mehr. Er hinterlässt nur dieses trügerische Gefühl, von dem sie so ausgefüllt und aufgewühlt ist.
Noch ist sie in diesem Moment gar nicht in der Lage zu spüren, dass er, der Tango auch wieder kommen wird, wenn seine Zeit wieder da ist.
Sie lehnt die Stirn an die Scheibe, ihre harte Kühle tut gut. Der Streifen hinter den Dächern wird langsam breiter.
Die gleiche Melodie erklingt immer noch in ihrem Kopf, sie summt sie mit geschlossenen Augen leise vor sich hin. Und da ist sie wieder diese Sehnsucht...
Die Augen füllen sich mit Tränen und überschwemmen sie.
Erschöpft lässt sie sich auf das Bett fallen, die Müdigkeit verlangt ihren Tribut.
Es ist der gleiche Ablauf jedes Mal. Erst ist da ein ganzes Meer von Empfindungen, die in ihr wachgerufen sind. Sie weiß, sie sollte sie nicht mit nach Hause nehmen, denn sie gehören dem Tango. Aber es gelingt ihr noch nicht. Sie drängen sich noch zwischen ihre Kissen und Decken, machen sich breit auf ihrem Teppich in ihrer Küche, in ihrer Mitte. Der Tango ist mitgekommen, hat sich an ihr festgeklemmt, hält sie eng umschlungen, wie die Arme, die sie durch die Nacht geführt haben. Sie spürt sie immer noch...
Selbst nach ein paar Stunden gequälten Schlaf sind sie noch da. All die Gedanken, die für kurze Zeit stumm waren, springen unter dem Kissen und dem Laken hervor und umkreisen sie erneut, als hätten sie nur darauf gelauert, dass sie die Augen endlich wieder öffnet.
Sie hatte gehofft, dass das Tageslicht die verklärten Gedanken vertreiben wird und diese Fülle von Gefühlen zum Schweigen bringen wird.
Es wird ein paar Stunden, vielleicht auch Tage dauern bis sie wieder ankommt im Leben außerhalb des Tangos. Dann kommt die Leere und Stille, wie an einem von der Flut verlassenen Strand.
Aber er wird sie wieder einfangen, sobald sie ihm die Türe öffnet, denn sie wird ihn wieder suchen um ihn erneut einzuatmen.
Die Sonne steht inzwischen schon über den Dächern und verbreitet eine angenehme Wärme. Es ist ein schöner Sommertag.
Montag, 26. November 2007
Manche Tage
Woher kommt das trübe Nass
tief in meiner Seele,
eng von Traurigkeit umfasst
an so manchen Tagen?
Und ich denk nur noch daran,
was es ist, das Suchen
nach der Unruh Quell und Sinn,
woher dieses Klagen?
Wenn die Sehnsucht an mir nagt,
Ohne dass ich wüsste,
wie zum Schweigen sie bereit,
will ich sie stets finden
diese Antwort, die berfreit
wonach es ihr dürstet.
An die Brust, die führt und lenkt,
möcht' ich dann mich lehnen,
wenn die Klänge der Musik,
trocknen meine Tränen.
Und im Tanz, in dem ich dann,
tief darin versunken,
keine Zeit mehr fühlen kann,
träume ich ganz trunken..
tief in meiner Seele,
eng von Traurigkeit umfasst
an so manchen Tagen?
Und ich denk nur noch daran,
was es ist, das Suchen
nach der Unruh Quell und Sinn,
woher dieses Klagen?
Wenn die Sehnsucht an mir nagt,
Ohne dass ich wüsste,
wie zum Schweigen sie bereit,
will ich sie stets finden
diese Antwort, die berfreit
wonach es ihr dürstet.
An die Brust, die führt und lenkt,
möcht' ich dann mich lehnen,
wenn die Klänge der Musik,
trocknen meine Tränen.
Und im Tanz, in dem ich dann,
tief darin versunken,
keine Zeit mehr fühlen kann,
träume ich ganz trunken..
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