Samstag, 10. November 2007

Verliebt in ein Gefühl

Verliebt in ein Gefühl. So könnte man das beschreiben. Darin begriffen ist alles was man durch den Tanz empfindet. Ich liebe dieses Gefühl, das ich haben kann wenn alles stimmt. Wenn die Art geführt zu werden geschmeidig ist, das heißt weich und präzise. Wenn ich mich nicht gegen etwas wehren muss, darum kämpfen muss meine Achse zu behalten, sondern mich der Geschmeidigkeit des Andern hingeben kann. Wenn ich nicht darüber nachdenken muss,was vielleicht als nächstes kommt, sondern meinen Körper frei lassen, die Musik tanzen kann. Das setzt natürlich auch Musikalität bei dem, der mich führt vorraus.
Es ist in der Tat sinnlich und ich fühle mich dann einfach schöner.
Jetzt will ich mal wissen, welche Frau so was nicht gut findet!
Und wie das so ist, wenn man verliebt ist weiß ja jeder: man kann nicht aufhören daran zu denken...fühlt sich berauscht, beflügelt.
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heute ist mir beim Einkaufen ein Buch über den Weg gelaufen...ich musste schmunzeln, denn der Titel heißt: "Sex mal Tango" von Sarah Michelle. Na denn, dann muss ich ja kein Tango Buch mehr schreiben... ;) Bin ja gespannt was da so drinnen steht - sollen seidig-sanft und wild und hemmungslos erotische Storys erzählt werden....

Übrigens: vielen Dank an den Anonymus für den schönen Kommentar zu der Tangotänzerin!

Freitag, 9. November 2007

Wenn man die Monate wie auf einer Leiter ansiedeln würde, dann ist für mich der November an unterster Stelle angesiedelt. Die Stimmung in der ich immer in diesem Monat bin, ist irgendwo zwischen Trauer, Sehnsucht, Müdigkeit, Gereiztheit, in mir versunken sein...
Es gibt aber auch einige wenige helle Momente. Diese finden natürlich, seit dem ich Tango tanze erheblich öfter statt.
Im Großen und Ganzen aber zum Verkriechen.
Also will ich so oft wie möglich tanzen, weil es mir dann gut geht.

Donnerstag, 8. November 2007

Gestern Abend war ein "prickelnder" Abend :
erst unser Konzert, was sehr gelungen war und bei dem wir sehr gute,
noch junge Solisten hatten. Da ist dann die Stimmung schon recht high!
Beim Musizieren öffnet man sich ja, wenn man vor Publikum spielt. Man gibt was Preis von sich, man lässt den Zuhörer sozusagen ein wenig hinein schauen in die eigene innere Welt. Und auch da ist es, wie bei so vielen Dingen im Leben, bei denen man etwas mit einem anderen Menschen zusammen tut: die Chemie muss stimmen. Wenn das nicht so ist, dann funktioniert es nicht gut, man findet keine Inspiration, die nötig ist, um sich selber und die anderen mit seiner Musik zu berühren. Dann macht es auch keinen Spaß, dann ist es einfach nur ätzend.
Nach unserem Konzert bin ich dann noch schnell ins Cafè Keese gefahren um wenigstens noch eine kleine Runde "zu drehen". ich war also schon in bester Stimmung, die wurde durch das Tanzen noch gehoben und zur Krönung gab es auch noch echten (!) Champagner zu trinken!
So könnte es eigentlich jeden Tag sein...mal sehen wo ich heute Abend tanzen werde...

Dienstag, 6. November 2007

Die Tango Tänzerin

Schon den ganzen Tag denkt sie an fast nichts mehr anderes, als dass sie am Abend wieder Tango tanzen wird.
Sie überlegt zwischendurch, was sie anziehen könnte. Dann schweifen ihre Gedanken zuweilen zum einen oder anderen Tänzer.
Ob Er wohl auch kommen wird?
Dann ist es soweit, die Nacht senkt sich und in ihrer Magengrube fangen die Ameisen an ihr Nest zu bauen.
Nun hat sie das schon so oft gemacht und doch spürt sie jedes Mal diese leichte Ungeduld, dieses Entzücken, dieses Zittern.
Beim Eintreten in das Gebäude hört sie schon etwas verklärt die Tango Musik und spürt, wie Lust und Freude hoch kommen: „endlich da“.
Sie tritt ein, ein sanftes Lächeln im Gesicht und lässt ihren Blick durch den Raum schweifen.
Auf der Tanzfläche bewegen sich schon einige Paare im Rhythmus der Musik, ganz ineinander versunken.
Es sind auch bekannte Gesichter dabei, sie fühlt sich geborgen.
Küsschen rechts, Küsschen links, wie geht es so?
In dieser Oase sind alle gut gelaunt und haben Spaß.
Sie sucht sich einen Platz und fängt an die Tangoschuhe an zuziehen.
Dabei wirft sie ein paar verstohlene Blicke in die Runde, sie kann ihn noch nicht entdecken.
Aber die Lust gleich zu tanzen ist größer, als die kleine Enttäuschung darüber.
Sie holt sich noch ein Glas Wein an der Bar und überlegt gerade wo sie sich nieder lassen soll, da kommt er ihr entgegen:
„darf ich bitten?“ Ein Schauer durchläuft sie und sie ist stumm vor Freude. Sie nickt lächelnd und folgt ihm auf die Tanzfläche. Sie bleiben kurz voreinander stehen, halten einen Augenblick inne, dann heben sich die Arme wie von alleine in die Umarmung ihrer Körper.
Der erste Augenblick des Tanzes ist immer wie der erste Schluck nach lange erlittenem Durst.
Die Seele möchte aufatmen um sich dann wehrlos an seiner Brust nieder zu lassen.
Die Bewegungen sind im Einklang, die Körper Sehnsuchtvoll zusammengeleimt, die Füße verknotet.
Sie sind verbunden durch diese Lust, die sie durch jeden Schritt zum Ausdruck bringen, die sie beide spüren wenn das Bandoneon klagt.
Dann ist die Musik zu Ende. Die Zeit steht still, sie gehen auseinander,
lächeln sich zaghaft an, als wäre es unangenehm, sich nach so viel Nähe in die Augen zu schauen, um dann beim Einsetzten der Musik erneut aufeinander zu gehen.
Immer und immer wieder geben sie sich dem Zauber der Musik hin. Sie schließt die Augen und bewegt sich schwebend, wie eine Welle, die, angetrieben von einer unsichtbaren Kraft sprudelt, schäumt sich überschlägt oder sanft gleitet.
Die Körper fangen an zu dampfen, der Schweiß rinnt, ihr Rock schwingt hin und her, das Bein fliegt. Die Körper entfernen sich voneinander in der nächsten Drehung, wie um festzustellen, dass man auch wirklich miteinander tanzt, um aus dem entstandenen Abstand wieder aufeinander zugehen zu können.
Ihre Füße fangen an zu schmerzen, aber sie ignoriert es. Die Kehle ist ganz trocken, sie könnte jetzt sowieso nichts sagen. Zwischendurch ein Lächeln…und Schweiß von der Stirn gewischt. Als sich nach mehreren Runden eine leichte Ermattung anfängt spürbar zu machen, weiß sie,
es ist gleich zu Ende.
Noch ein kurzes lächeln: „vielen Dank“, und schon geht jeder in eine andere Richtung.
Berauscht und glücklich setzt sie sich, die Seele ist noch irgendwo in der Mitte der Tanzfläche und weht da wie ein seidener Vorhang im Wind hin und her.
Der Abend wird noch lang, sie hofft auf ein paar weitere Tänze mit ihm; manchmal kommt sie noch in diesen Genuss, manchmal auch nicht.
Ihr Weinglas ist inzwischen leer und ihr Körper voller Euphorie. Sie zieht ihre Schuhe aus und kann ihre Fußsohlen nicht mehr spüren…
Später, wenn sie dann im Bett liegt tanzt sie noch lange mit ihm – in Gedanken.

Montag, 5. November 2007

Ich habe dieses Gedicht zwischen Rilke's Gedichten entdeckt, es hat zwar nichts mit Tango zu tun, ist aber trotzdem so schön...

Einmal nahm ich

Einmal nahm ich zwischen meine Hände
dein Gesicht. Der Mond fiel darauf ein.
Unbegreiflichster der Gegenstände
unter überfließendem Gewein.

Wie ein williges, das still besteht,
beinah war es wie ein Ding zu halten.
Und doch war kein Wesen in der kalten
Nacht, das mir unendlicher entgeht.

O da strömen wir zu diesen Stellen,
drängen in die kleine Oberfläche
alle Wellen unsres Herzens,
Lust und Schwäche,
und wem halten wir sie schließlich hin?

Ach dem Fremden, der uns mißverstanden,
ach dem andern, den wir niemals fanden,
denen Knechten, die uns banden,
Frülingswinden, die damit entschwanden,
und der Stille, der Verliererin.

Aus den Gedichten an die Nacht (Nachlaß)

Sonntag, 4. November 2007

Unsere Milonga am Freitag war nicht so voll wie wir das die letzten Male erlebt haben, da im LaYumba auch Milonga mit Life Musik war und sehr viele da hin gegangen sind.
Aber wir hatten trotzdem Spaß, und vor allem viel mehr Platz zum Tanzen.

Und da hat doch tatsächlich eine der Frauen solch eine Strumpfhose angehabt:

Was sagt Mann denn dazu?
ein Zitat des Autors George Bernhard Shaw: "Der Tango ist der vertikale Ausdruck eines horizontalen Verlangens.“

Hehe... ;) ist da jemand anderer Meinung??

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Samstag, 3. November 2007

London

Die Erfahrung, die ich mit Tango in London gemacht habe war nicht so berauschend. Wir waren nur von Samstag auf Sonntag da, weil wir uns die Tanzvorstellung von Seeta anschauen wollten. Seeta ist Inderin, eine schöne schlanke Frau, die wir in Hamburg kennen gelernt hatten, als sie mit ihrer Tanztruppe hier gastierte und zufällig im Cafè Keese vorbei kam und selber auch Tango tanzt.
Die einzige Möglichkeit also, Tango zu tanzen, war am Samstag nach der übrigens sehr interessanten und schönen Tanzvorstellung - moderner Tanz von verschiedenen jungen Choreographen und Tänzern. Wir fragten Seeta wo man Samstag Nacht in London Tango tanzen kann. Wir waren dann schon überrascht, dass es nur eine Milonga gab, in einer so großen Stadt wie London...Es war inzwischen schon ca 23:30 und wir wurden gerade aus dem Pub, in dem wir noch was trinken waren heraus komplimentiert...Alkohol-Sperrstunde... oder wie auch immer das heißt. Schon sehr merkwürdig wenn man das von hier gewohnt ist, auch mal die ganze Nacht am Kiez durch feiern zu können, wenn man das will.
Wir schnappten uns also ein Taxi, eines von diesen alten, wie sie in London zu Hauf noch unterwegs sind. Man kam sich schon ein wenig wie in einem alten Film vor...
Dann ging es schon los, dass der Taxi Fahrer nicht wusste wo diese Kirche liegt zu der wir wollten. Die Milonga sollte in der so genannten "Krypta" stattfinden. Seeta musste dem Fahrer auf dem Stadtplan die Straße zeigen und wir konnten dann los fahren. Sie ist übrigens leider nicht mit gekommen, sie wollte lieber noch mit ihren Tanzkollegen zusammen feiern.
Wir kamen also Mitternacht da an bei der Krypta. Das war ein Keller Gewölbe, das zu dieser Kirche(ich weiß den Namen leider nicht mehr) gehört. Es war ein schöner großer Raum, mit Stützsäulen natürlich und gewölbter Steindecke. Tja, und dann kam die Überraschung: sie sagten uns, dass es in 20 Minuten zu Ende ist. Wie bitte?? Samstag Nacht um 00:30 Uhr zu Ende? sind wir vielleicht grad in Hintertuttlingen am Berg? Ich konnte das nicht glauben.
Nun, wir mussten keinen Eintritt mehr zahlen...wow! und konnte noch etwa 5 Tangos tanzen. Ich war selten so ausgetanzt wie da...
Tja, da lobe ich mir doch unsere Milongas (und mit Sicherheit auch in anderen Städten) da geht es um diese Zeit Samstag Nacht doch erst richtig rund zu !