Die letzten beiden Abende hatte ich wieder Proben für das heutige Konzert (Brahms Requiem), also war nicht so viel Zeit tanzen zu gehen. Außerdem war ich auch extrem müde...Ich habe mir dann gestern Abend vor der Probe gesagt, so müde wie Du jetzt bist bekommst Du kein Bein mehr auf die Tanzfläche. Aber, ich kenne mich ja...am Abend werde ich immer richtig wach und finde kein Ende mehr. Also, um vorzubeugen, dass es mir nachher vielleicht Leid tut es nicht zu tun, habe ich die Tango Schuhe und einen Rock eingepackt (in der Kirche probt es sich doch besser in Hosen, ist etwas wärmer...)
In der Pause habe ich Andreas, der immer noch im Büro war angerufen und ihn schon mal vorgewarnt, dass ich nach der Probe vielleicht noch Lust habe zum Tango zu gehen. Da er für mich alles tut (Zitat von ihm), hat er mir diese Entscheidung überlassen, er hatte sowieso noch etwas zu tun und ich sollte dann nach der Probe bei ihm vorbei kommen. Wie erwartet, hatte ich nach der Probe noch Lust und war auch nicht mehr so müde...Also sind wir noch ins LaYumba gefahren. Da war es dann auch eine Ecke voller als letzten Freitag, was gute Chancen auf gute Tänzer, also auch schönes Tanzen versprach. Am Anfang haben Andreas und ich uns noch kurz in die Wolle gekriegt, aber er hat seinen Ärger zum Glück nicht an mir ausgelassen und ich habe mich gleich in die Arme eines Tänzers verzogen, so konnten wir etwas Abstand und er Abkühlung gewinnen ;o)
Sowohl wir Frauen als auch die Männer schauen gerne anderen Paaren zu. Zum Einen tun wir es um zu prüfen, was die Eine oder Andere an hat, wie sie sich bewegt usw. aber auch um zu sehen welche Tänzer sind heute da und mit wem würde ich ganz gerne tanzen. Es sind ja immer wieder auch fremde Gesichter dabei und dann kann man schon selektieren: mit dem würde ich gerne eine Runde tanzen, wie kann ich das anstellen, dass er mich auffordert?, hat der mich schon gesehen?- und - hoffentlich kommt der wiederum nicht auf den Gedanken mich aufzufordern, da schaue ich lieber immer mal in eine andere Richtung oder wende mich weg. Es gibt also so manchen Trick um das Eine oder Andere zu unterstützen. Klappt natürlich nicht immer, denn so manches Mal denke ich mir, wieso kommt dieser oder jener nicht und fordert mich auf? er hat mich doch schon tanzen gesehen... Bei manchen weiß ich ziemlich genau dass sie dann kommen um mich aufzufordern. Ich spreche jetzt eher von den mir noch unbekannten Tänzern. Bei denen, die ich kenne und die mich kennen und wir auch schon öfter miteinander getanzt haben, und auch wissen dass wir es gerne tun, ist das was anderes.
Gestern Abend hatte ich von Beidem: gute Tänze mit mir schon bekannten Tänzern und auch mit Neuen. Da war der eine aus dem Ruhrgebiet. Ich hatte ihn schon beim Tanzen beobachtet und Geistig auf die Liste mit "Ja" gesetzt. Also war ich auch bereit dazu, als er mich dann aufforderte, was ich schon geahnt hatte, denn ich hatte gesehen, wie er mich beim Tanzen beobachtet hatte. Nach dem ersten Tango kam spontan ein "schön" von ihm. Nach dem zweiten fühlte es sich noch geschmeidiger an und dann sagte er, es würde sich genau so schön an fühlen, wie es vorhin ausgesehen hat, er hatte mir zugeschaut (ha, hab ich's doch gesagt!) und es hätte wunderschön ausgesehen. Hhmmm! so was hört man natürlich auch gerne. Aber da habe ich ihm auch gesagt, dass es auch an der Führung liegt, wie gut ich tanzen kann. Ein wenig Honig auch für ihn... ;) Seine Antwort war, ich hätte eine so gute Spannung, es sei genau richtig so wie er es bräuchte um das zu machen was er gerne möchte.
Na, wenn das nicht die Krönung des Abends war!
In der Zwischenzeit hatte Andreas sich auch ein wenig ausgetanzt und saß plaudernd mit der schönen Olga an der Bar. Stört mich gar nicht, denn er hat seinen Spaß und ich kann meinen auch haben. Um 2 Uhr, mit schmerzenden Füßen, habe ich dann zum Aufbruch gepfiffen - auch außergewöhnlich. Sonst zerrt Andreas immer an mir ich soll schon mal aufhören, damit wir gehen können.
"Wie schaffst Du das immer", fragen mich dann meine Musiker Kolleginnen, wenn sie hören, dass ich bis spät in die Nacht nach einer Probe noch tanzen gehe. "Wo hast Du die Kraft her?" fragen sie dann - aber Mädels! genau daher, vom Tanzen!
Samstag, 24. November 2007
Freitag, 23. November 2007
Winde wehn'
Heiße Winde wehn’ durch meine Brust.
Wehen auf und nieder.
In Gedanken tanz ich voller Lust,
Immer, immer wieder...
Tauch' ich ein und geb’ mich hin,
Wenn die Sinne rufen,
In den Kreis, der sich dann schließt,
Um nach Dir zu suchen.
Tango, ach Du süße Last
Hast mich ganz verzaubert.
Die Umarmung, nun verblasst,
hält mich fest, mich schaudert's
Beim Gedanken an den Tanz
Der schon lang verklungen…
Und die Frage klingt erneut
Wie um mich zu plagen,
Welcher Weg ist mir bereit
Was muss ich noch wagen?
Wehen auf und nieder.
In Gedanken tanz ich voller Lust,
Immer, immer wieder...
Tauch' ich ein und geb’ mich hin,
Wenn die Sinne rufen,
In den Kreis, der sich dann schließt,
Um nach Dir zu suchen.
Tango, ach Du süße Last
Hast mich ganz verzaubert.
Die Umarmung, nun verblasst,
hält mich fest, mich schaudert's
Beim Gedanken an den Tanz
Der schon lang verklungen…
Und die Frage klingt erneut
Wie um mich zu plagen,
Welcher Weg ist mir bereit
Was muss ich noch wagen?
Donnerstag, 22. November 2007
Gedanken
Ein Tango Tänzer hat zu mir folgendes gesagt:
"beim Tanzen geben beide etwas, es kommt von beiden, sowohl vom Mann als auch von der Frau etwas dazu und wenn es stimmig ist , dann ist das wie ein Kreis, der sich schließt . Es ist dann eine runde Sache, wie ein Kreis eben. Nach den ersten 5 Schritten weiß man , ob es gut wird und wenn ja, dann kann man danach eigentlich zufrieden nach Hause gegen."
Aber es ist auch manchmal so, dass man an einem Abend richtig gut mit jemandem getanzt hat, es war stimmig, geschmeidig, angenehm. Und ein anderes Mal kann es vorkommen, dass es mit der gleichen Person irgendwie nicht so klappt. Da sind dann Unstimmigkeiten, wo beim letzten Mal keine waren. Woran liegt das dann? An einem selber ? Am Anderen? Das habe ich mich schon öfter gefragt. Setzt man da eine bestimmte Erwartung hinein? Zumindest die, dass es genau so gut klappt wie beim Mal davor. Aber wahrscheinlich ist das ganz normal so, wie auch sonst im Leben. Es kann nicht immer die Sonne scheinen... :)
Dieses enge miteinander ist ja oft auch wie eine Grat Wanderung. Es ist zwar nicht bei allen so, aber die meisten Tango-Menschen haben außerhalb der Tango Abende nichts miteinander zu tun, auch wenn man sich herzlich begrüßt, mehr oder weniger miteinander redet, u.s.w.
Es ist oft auch so, dass man vom Anderen, mit dem man auch durchaus schon öfter miteinander getanzt hat, grade mal den Vornamen kennt. Es gibt sogar eine ganze Reihe Tänzer von denen ich noch nicht mal mehr den Vornamen weiß, weil man den zwischendurch auch wieder vergisst...
Natürlich liegt es in der eigenen Entscheidung das zu ändern wenn man will. Aber will man es? Ist der äußere Abstand notwendig um die beim Tanzen entstandene Nähe wieder auszugleichen? Es ist ja im Grunde nur eine Schein Nähe. Oder sagen wir mal besser eine "Tango-Nähe", ich will sie ja nicht abwerten.
Ich würde auf der Straße oder sonst wo in der Öffentlichkeit ja nie hingehen und einen wildfremden Mann umarmen! aber beim Tango tanzen tut man das. Und ich spreche jetzt von den vielen Malen, bei denen man wirklich mit jemandem tanzt, mit dem man vorher noch nicht getanzt hat.
Ich behaupte sogar dass eine gewisse Art von Zuneigung entsteht, wenn man mit jemandem gut klar kommt. Man mag ihn oder sie einfach (ich vermute das ist bei den Männern ähnlich).
Wenn dann zwischen Tango Tänzern doch mehr entsteht, was durchaus auch vorkommt, kann es gut gehen, es kann aber auch doch nicht klappen und das ist dann immer eine schwierige Situation, weil man sich ja trotzdem immer wieder begegnet. Man will ja nicht auf's Tanzen verzichten und so kann man es nicht vermeiden, dass man sich auf dem manchmal doch etwas engen Raum über den Weg läuft.
Bei den meisten Paaren, die es natürlich in der Szene auch gibt ist es eher so, dass sie entweder zusammen mit dem Tango tanzen angefangen haben, oder dass zumindest nur der (die)Eine schon Tango Tänzer(in) war. Es gibt viele Singles in der Tango Szene.
Ich kann mir auch vorstellen, dass es nicht jedem (jeder) leicht fällt das auszuhalten wenn der eigene Partner ständig andere und das auch noch mit Spaß, umarmt...;)
"beim Tanzen geben beide etwas, es kommt von beiden, sowohl vom Mann als auch von der Frau etwas dazu und wenn es stimmig ist , dann ist das wie ein Kreis, der sich schließt . Es ist dann eine runde Sache, wie ein Kreis eben. Nach den ersten 5 Schritten weiß man , ob es gut wird und wenn ja, dann kann man danach eigentlich zufrieden nach Hause gegen."
Aber es ist auch manchmal so, dass man an einem Abend richtig gut mit jemandem getanzt hat, es war stimmig, geschmeidig, angenehm. Und ein anderes Mal kann es vorkommen, dass es mit der gleichen Person irgendwie nicht so klappt. Da sind dann Unstimmigkeiten, wo beim letzten Mal keine waren. Woran liegt das dann? An einem selber ? Am Anderen? Das habe ich mich schon öfter gefragt. Setzt man da eine bestimmte Erwartung hinein? Zumindest die, dass es genau so gut klappt wie beim Mal davor. Aber wahrscheinlich ist das ganz normal so, wie auch sonst im Leben. Es kann nicht immer die Sonne scheinen... :)
Dieses enge miteinander ist ja oft auch wie eine Grat Wanderung. Es ist zwar nicht bei allen so, aber die meisten Tango-Menschen haben außerhalb der Tango Abende nichts miteinander zu tun, auch wenn man sich herzlich begrüßt, mehr oder weniger miteinander redet, u.s.w.
Es ist oft auch so, dass man vom Anderen, mit dem man auch durchaus schon öfter miteinander getanzt hat, grade mal den Vornamen kennt. Es gibt sogar eine ganze Reihe Tänzer von denen ich noch nicht mal mehr den Vornamen weiß, weil man den zwischendurch auch wieder vergisst...
Natürlich liegt es in der eigenen Entscheidung das zu ändern wenn man will. Aber will man es? Ist der äußere Abstand notwendig um die beim Tanzen entstandene Nähe wieder auszugleichen? Es ist ja im Grunde nur eine Schein Nähe. Oder sagen wir mal besser eine "Tango-Nähe", ich will sie ja nicht abwerten.
Ich würde auf der Straße oder sonst wo in der Öffentlichkeit ja nie hingehen und einen wildfremden Mann umarmen! aber beim Tango tanzen tut man das. Und ich spreche jetzt von den vielen Malen, bei denen man wirklich mit jemandem tanzt, mit dem man vorher noch nicht getanzt hat.
Ich behaupte sogar dass eine gewisse Art von Zuneigung entsteht, wenn man mit jemandem gut klar kommt. Man mag ihn oder sie einfach (ich vermute das ist bei den Männern ähnlich).
Wenn dann zwischen Tango Tänzern doch mehr entsteht, was durchaus auch vorkommt, kann es gut gehen, es kann aber auch doch nicht klappen und das ist dann immer eine schwierige Situation, weil man sich ja trotzdem immer wieder begegnet. Man will ja nicht auf's Tanzen verzichten und so kann man es nicht vermeiden, dass man sich auf dem manchmal doch etwas engen Raum über den Weg läuft.
Bei den meisten Paaren, die es natürlich in der Szene auch gibt ist es eher so, dass sie entweder zusammen mit dem Tango tanzen angefangen haben, oder dass zumindest nur der (die)Eine schon Tango Tänzer(in) war. Es gibt viele Singles in der Tango Szene.
Ich kann mir auch vorstellen, dass es nicht jedem (jeder) leicht fällt das auszuhalten wenn der eigene Partner ständig andere und das auch noch mit Spaß, umarmt...;)
Dienstag, 20. November 2007
Montag, 19. November 2007
Wiederkehr
Nun ist er schon das zweite Mal an ihr vorbei gegangen ohne sie zum Tanz aufzufordern. Wieso denn bloß? Sie haben doch beim letzten Mal so schön zusammen getanzt...
Sie hat voller Vorfreude und Ungeduld darauf gewartet, dass sie sich beim Tango wieder sehen und dann auch wieder zusammen tanzen. Es hatte ihm doch auch so viel Spaß bereitet, sie kann es nicht verstehen, oder hatte sie sich getäuscht?
Ist das Teil eines Spieles? soll sie auf diese Weise nicht auf den Gedanken kommen dass er auch an sie gedacht hat?
Er hatte ihr doch auch schon beim ersten Mal zugelächelt und sie war fast aufgesprungen. Das Herz hatte angefangen zu rasen, doch dann hatte er die Hand in eine andere Richtung ausgestreckt und die Frau mit den Netzstrümpfen aufgefordert.
Ein Knoten setzt sich fest in ihrer Kehle. Sie versucht es nicht so an sich heran zu lassen. Sie will ihre Gedanken woanders hin leiten, schaut sich die tanzenden Paare an, die an ihr vorbei rauschen. Sie sieht glückliche, träumende, konzentrierte Gesichter.
Dann wird sie aufgefordert und ist erst mal froh nicht länger sitzen zu müssen. Über die Schulter ihres Tanzpartners hinweg sieht sie ihn am anderen Ende des Saales, in seinen Armen jetzt diese blonde Frau, die mit geschlossen Augen eng an ihn geschmiegt sichtbar genießt.
Sie wird mitgerissen von ihrem Tanzpartner, ein guter Tänzer. Er schafft es, sie für sich zu gewinnen, sie schließt ihre Augen, sie will nicht immer wieder nach Ihm Ausschau halten... Sie fühlt sich sogar wieder leicht und schwebend. Es wird eine lange Runde, es macht Spaß.
Er hat sich inzwischen an die Seite gesetzt und schaut jetzt den tanzenden Paaren zu. Sie spürt seinen Blick in ihrem Rücken, als sie an seinem Platz vorbei tanzen. Sie ist ganz ihrem Tanzpartner zugewandt. Nun ist sie gelöster, entspannter.
Ganz außer Atem, glühend und strahlend, wie eine Blüte, die gerade aufgegangen ist, setzt sie sich an ihren Platz und fächert sich Luft zu. Die Welt scheint wieder in Ordnung zu sein, ihre Füße tippen leicht im Rhythmus der Milonga auf den Boden.
Die Paare auf der Tanzfläche sind fröhlich, lachende Gesichter, stampfende Füße fliegen an ihr vorbei. Dann ist auch diese Milonga zu Ende und Einige suchen erschöpft und in bester Laune ihre Plätze auf, um sich von dem wilden Tanz etwas zu erholen.
Es ertönt nun eine einsame Geige durch den Lautsprecher. Erst steigen die Töne schwungvoll nach oben, tanzen ein paar Mal um sich selber herum und stürzen dann nach unten um die nun folgenden schwermütigen Klänge des Bandoneon in Empfang zu nehmen.
Plötzlich taucht er vor ihr auf und geht zielstrebig auf sie zu. Sein Blick ist gerade auf sie gerichtet und er streckt schon beim Gehen seine Hand in ihre Richtung. Sie zögert einen Moment, als wolle sie diesen Augenblick noch ein Weilchen genießen. Sie gehen aufeinander zu und ohne inne zu halten umfangen sich ihre Körper in den ersten Schritt, hinein in diesem Garten, der sie nun voller betörenden Düften und süßen Klängen umfängt... Wann der Traum zu Ende war weiß sie nicht mehr, auch nicht, wie sie dann später nach Hause gelangt war. Es war alles verblasst. Ihr blieb nur der Hauch eines Duftes und eine leise Ahnung...
Sie hat voller Vorfreude und Ungeduld darauf gewartet, dass sie sich beim Tango wieder sehen und dann auch wieder zusammen tanzen. Es hatte ihm doch auch so viel Spaß bereitet, sie kann es nicht verstehen, oder hatte sie sich getäuscht?
Ist das Teil eines Spieles? soll sie auf diese Weise nicht auf den Gedanken kommen dass er auch an sie gedacht hat?
Er hatte ihr doch auch schon beim ersten Mal zugelächelt und sie war fast aufgesprungen. Das Herz hatte angefangen zu rasen, doch dann hatte er die Hand in eine andere Richtung ausgestreckt und die Frau mit den Netzstrümpfen aufgefordert.
Ein Knoten setzt sich fest in ihrer Kehle. Sie versucht es nicht so an sich heran zu lassen. Sie will ihre Gedanken woanders hin leiten, schaut sich die tanzenden Paare an, die an ihr vorbei rauschen. Sie sieht glückliche, träumende, konzentrierte Gesichter.
Dann wird sie aufgefordert und ist erst mal froh nicht länger sitzen zu müssen. Über die Schulter ihres Tanzpartners hinweg sieht sie ihn am anderen Ende des Saales, in seinen Armen jetzt diese blonde Frau, die mit geschlossen Augen eng an ihn geschmiegt sichtbar genießt.
Sie wird mitgerissen von ihrem Tanzpartner, ein guter Tänzer. Er schafft es, sie für sich zu gewinnen, sie schließt ihre Augen, sie will nicht immer wieder nach Ihm Ausschau halten... Sie fühlt sich sogar wieder leicht und schwebend. Es wird eine lange Runde, es macht Spaß.
Er hat sich inzwischen an die Seite gesetzt und schaut jetzt den tanzenden Paaren zu. Sie spürt seinen Blick in ihrem Rücken, als sie an seinem Platz vorbei tanzen. Sie ist ganz ihrem Tanzpartner zugewandt. Nun ist sie gelöster, entspannter.
Ganz außer Atem, glühend und strahlend, wie eine Blüte, die gerade aufgegangen ist, setzt sie sich an ihren Platz und fächert sich Luft zu. Die Welt scheint wieder in Ordnung zu sein, ihre Füße tippen leicht im Rhythmus der Milonga auf den Boden.
Die Paare auf der Tanzfläche sind fröhlich, lachende Gesichter, stampfende Füße fliegen an ihr vorbei. Dann ist auch diese Milonga zu Ende und Einige suchen erschöpft und in bester Laune ihre Plätze auf, um sich von dem wilden Tanz etwas zu erholen.
Es ertönt nun eine einsame Geige durch den Lautsprecher. Erst steigen die Töne schwungvoll nach oben, tanzen ein paar Mal um sich selber herum und stürzen dann nach unten um die nun folgenden schwermütigen Klänge des Bandoneon in Empfang zu nehmen.
Plötzlich taucht er vor ihr auf und geht zielstrebig auf sie zu. Sein Blick ist gerade auf sie gerichtet und er streckt schon beim Gehen seine Hand in ihre Richtung. Sie zögert einen Moment, als wolle sie diesen Augenblick noch ein Weilchen genießen. Sie gehen aufeinander zu und ohne inne zu halten umfangen sich ihre Körper in den ersten Schritt, hinein in diesem Garten, der sie nun voller betörenden Düften und süßen Klängen umfängt... Wann der Traum zu Ende war weiß sie nicht mehr, auch nicht, wie sie dann später nach Hause gelangt war. Es war alles verblasst. Ihr blieb nur der Hauch eines Duftes und eine leise Ahnung...
Sonntag, 18. November 2007
Wie ist das eigentlich?
Empfinden Männer und Frauen das Gleiche beim Tango tanzen?
Schwer zu beantworten..
Ich weiß zumindest was ich fühle, wenn ich die Gelegenheit habe schön zu tanzen.
Und es ist ausschlaggebend wie es sich an fühlt ob es zu einem Rausch wird oder zu einer Bewegungsübung.
Sprich, wie sich mein Tanzpartner an fühlt, wie sich sein Führen an fühlt, wodurch eben dieses Gefühl erzeugt wird, das es ausmacht.
Eine sehr große Rolle dabei spielt natürlich die Musik. Ohne die Musik wäre da nicht halb so viel Spaß und Freude dabei.
Ich kann mir vorstellen, dass es für den Mann schön ist, wenn die Frau sich so von ihm führen lässt, dass er es fast gar nicht merkt, dass er da jemanden durch den Saal leiten muss. Wenn eine Einheit der Bewegung entstehen kann, wenn es sich einfach nur warm und weich an fühlt, wenn er es beliebig modellieren kann, nach Lust und Laune.
Das Schöne ist ja, dass sich so was bei mir sofort überträgt und ich mich dann auch ganz darauf einlassen kann. Jede Form von Beziehung kann nur funktionieren, wenn man sich darauf einlassen kann. Und erst wenn das gelingt, wenn man die Umarmung und die Bewegungen als eine Einheit spürt, dann kommt dieses Entzücken, dieses befriedigende Gefühl zustande. Und für einen Augenblick auch ganz viel Nähe.
Schwer zu beantworten..
Ich weiß zumindest was ich fühle, wenn ich die Gelegenheit habe schön zu tanzen.
Und es ist ausschlaggebend wie es sich an fühlt ob es zu einem Rausch wird oder zu einer Bewegungsübung.
Sprich, wie sich mein Tanzpartner an fühlt, wie sich sein Führen an fühlt, wodurch eben dieses Gefühl erzeugt wird, das es ausmacht.
Eine sehr große Rolle dabei spielt natürlich die Musik. Ohne die Musik wäre da nicht halb so viel Spaß und Freude dabei.
Ich kann mir vorstellen, dass es für den Mann schön ist, wenn die Frau sich so von ihm führen lässt, dass er es fast gar nicht merkt, dass er da jemanden durch den Saal leiten muss. Wenn eine Einheit der Bewegung entstehen kann, wenn es sich einfach nur warm und weich an fühlt, wenn er es beliebig modellieren kann, nach Lust und Laune.
Das Schöne ist ja, dass sich so was bei mir sofort überträgt und ich mich dann auch ganz darauf einlassen kann. Jede Form von Beziehung kann nur funktionieren, wenn man sich darauf einlassen kann. Und erst wenn das gelingt, wenn man die Umarmung und die Bewegungen als eine Einheit spürt, dann kommt dieses Entzücken, dieses befriedigende Gefühl zustande. Und für einen Augenblick auch ganz viel Nähe.
Samstag, 17. November 2007
Zitat von Wolfram Fleischhauer:
"Der Mann führt und denkt, die Frau verführt und lenkt."
Dem habe ich nichts hinzu zu fügen... ;)
Ihr vielleicht?
Zur Erläuterung: das ist aus dem Buch: "Drei Minuten mit der Wirklichkeit", ein unglaublich schönes Buch! Wer den Tango liebt oder auf dem Wege dahin ist es zu tun sollte es lesen!
"Der Mann führt und denkt, die Frau verführt und lenkt."
Dem habe ich nichts hinzu zu fügen... ;)
Ihr vielleicht?
Zur Erläuterung: das ist aus dem Buch: "Drei Minuten mit der Wirklichkeit", ein unglaublich schönes Buch! Wer den Tango liebt oder auf dem Wege dahin ist es zu tun sollte es lesen!
Donnerstag, 15. November 2007
Augenblicke
Die Sehnsucht nagt in ihrer Brust. Sie muss versuchen sich zu konzentrieren, damit sie nicht wieder einen Fehler macht. Es ist außerdem auch unfair dem Mann gegenüber, nicht ganz bei ihm zu sein, wenn sie mit ihm tanzt, sie weiß es. Für einige Augenblicke gelingt es ihr auch, sich in die Bewegung des Anderen hinein zu finden. Doch dann kommt wieder der Refrain dieses Tangos und ihre ganzen Anstrengungen sind zunichte. Wieder schweifen ihre Gedanken in die Ferne und der Druck unterhalb des Herzens nimmt zu. Ein tiefer Seufzer entweicht ihr.
Ihr Tanzpartner drückt sie für einen Moment etwas fester an sich, er muss ihr Aufatmen falsch verstanden haben. Verlegen lächelt sie ihn an, als die Musik zu Ende ist und verspürt etwas Scham darüber, dass sie nicht ehrlich ist.
Sie sehnt sich nach diesem Gefühl, das sie alles um sich herum vergessen lässt und spürt, wie die Welle der Trauer wieder über sie einstürzen will.
Dieses Gefühl konnte sie haben in den wenigen Momenten in denen sie ...
Aber es ist sicher besser so, sie wäre ihm sonst vielleicht ganz verfallen.
Ihr Körper reagiert automatisch auf die Tanzbewegungen, sie ist nicht wirklich bei der Sache.
Ihr fällt der Spruch eines alten Meisters wieder ein, den ihr ihre Yoga Lehrerin unlängst vorgelesen hat : "Jeder Augenblick des Lebens ist eine Gelegenheit und die größte Gelegenheit besteht darin den Wert der Gelegenheit zu erkennen."
Sie hätte die Gelegenheit jetzt und hier mit dem Mann der sie gerade führt und dreht, ein paar schöne Momente zu erleben...
Sie fühlt dass sie etwas steif ist und sie kann sich auch nicht mit dem Duft, der von ihm ausströmt anfreunden. Er steht wie eine Mauer zwischen ihnen und hindert sie daran es doch zu schaffen, in seinen Kreis einzutauchen.
Jeder Augenblick ist eine Gelegenheit... wie viele Gelegenheiten hat sie schon verpasst, sie gar nicht wahr genommen oder war unfähig eine Entscheidung zu treffen!
Der Tango ist nun zu Ende, die Cortina erklingt und gibt ihr die Möglichkeit sich zu bedanken. Ein leichtes Bedauern zuckt in seinen Augen und vielleicht auch die Frage: "war ich nicht gut genug?"
Sie lächelt ihm noch ein mal zu, das Gesicht zu einer freundlichen Maske geformt.
Weit hinter ihren Augen aber ist ein tiefer dunkler See, voller Tränen...
Ihr Tanzpartner drückt sie für einen Moment etwas fester an sich, er muss ihr Aufatmen falsch verstanden haben. Verlegen lächelt sie ihn an, als die Musik zu Ende ist und verspürt etwas Scham darüber, dass sie nicht ehrlich ist.
Sie sehnt sich nach diesem Gefühl, das sie alles um sich herum vergessen lässt und spürt, wie die Welle der Trauer wieder über sie einstürzen will.
Dieses Gefühl konnte sie haben in den wenigen Momenten in denen sie ...
Aber es ist sicher besser so, sie wäre ihm sonst vielleicht ganz verfallen.
Ihr Körper reagiert automatisch auf die Tanzbewegungen, sie ist nicht wirklich bei der Sache.
Ihr fällt der Spruch eines alten Meisters wieder ein, den ihr ihre Yoga Lehrerin unlängst vorgelesen hat : "Jeder Augenblick des Lebens ist eine Gelegenheit und die größte Gelegenheit besteht darin den Wert der Gelegenheit zu erkennen."
Sie hätte die Gelegenheit jetzt und hier mit dem Mann der sie gerade führt und dreht, ein paar schöne Momente zu erleben...
Sie fühlt dass sie etwas steif ist und sie kann sich auch nicht mit dem Duft, der von ihm ausströmt anfreunden. Er steht wie eine Mauer zwischen ihnen und hindert sie daran es doch zu schaffen, in seinen Kreis einzutauchen.
Jeder Augenblick ist eine Gelegenheit... wie viele Gelegenheiten hat sie schon verpasst, sie gar nicht wahr genommen oder war unfähig eine Entscheidung zu treffen!
Der Tango ist nun zu Ende, die Cortina erklingt und gibt ihr die Möglichkeit sich zu bedanken. Ein leichtes Bedauern zuckt in seinen Augen und vielleicht auch die Frage: "war ich nicht gut genug?"
Sie lächelt ihm noch ein mal zu, das Gesicht zu einer freundlichen Maske geformt.
Weit hinter ihren Augen aber ist ein tiefer dunkler See, voller Tränen...
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